Die Zeche sollen wie immer,
könnte man sagen, diejenigen zahlen, die sie nicht verursacht haben.
Während in Griechenland die Volksseele kocht angesichts der Zumutungen von EU und IWF, appelieren hierzulande Bild und Co. an die Geiz ist Geil-Mentalität einiger Mitbürger. "Wir" sollen für die Pleite-Griechen zahlen?!
Schon bei der Gründung dessen, was heute EU heißt, war bekannt, dass Gründungsmitglied Italien mogelt. Alle danach haben es ähnlich gemacht. Kein Problem offensichtlich. Alle Verantwortlichen haben bis heute kollektiv den Kopf in den Sand gesteckt. Es war nur wichtig, dass die EU, der Einfluss Brüssels, wächst. Diese Ignoranz fällt uns jetzt allen auf die Füße. So gut wie kein Land der Euro-Zone hält die Stabilitätskriterien ein. Natürlich auch Deutschland nicht.
Alle Länder um uns herum klagen mittlerweile darüber, dass Deutschlands Wirtschaftskraft auf Kosten dieser Länder wächst. Wie das? Seit Jahren gibt es hierzulande keine bzw. eher lächerliche Lohn- und Gehaltssteigerungen. Das macht die Produktion immer billiger und damit unseren Export immer stärker. Für andere Länder bedeutet das, dass die eigenen Betriebe dagegen nicht mehr konkurrenzfähig sind. Das wiederum verstärkt den deutschen Exportdruck weiter. Im Kapitalismus ein normaler Prozess. Dumm nur, wenn das in einem Wirtschaftsraum geschieht, dessen Vertreter in ihren Sonntagsreden von Gleichheit und Einheit fabulieren.
Wollen die Griechen nun ihre Wirtschaft stärken, könnten sie ihre Währung abwerten. Das würde ihre Produkte für den Export wieder billiger und konkurrenzfähig machen Ach, Mist, eigene Währung ist ja nicht mehr. Was also nur noch bleibt ist Lohndrückerei und Sozialabbau. Ganz nebenbei zerstört regides staatliches Sparen die letzten Reste der Binnennachfrage und gibt der griechischen Wirtschaft den Gnadenstoß. Soll das die Zukunft der EU sein? Und dann auch noch unter Einfluss des US-dominierten IWF?
Griechenland hat, andes als z.B. Irland oder Spanien, in den letzten zehn Jahren nicht auf einen windigen Bauboom gesetzt, sondern auf Investitionen in Ausrüstung, also Maschinen, Anlagen usw. Damit ist das Land Spitzenreiter in Europa.
Interessant ist auch, dass die EU-Sparverordnung für Griechenland keine Senkung des enorm hohen Rüstungshaushalts vorsieht. Das Land gibt mehr für Waffen und Armee aus als Deutschland. Dieses Rätsel lässt sich relativ einfach lösen. Die drei Hauptausrüster Griechenlands mit Kriegsgerät heißen nämlich Frankreich, Deutschland und USA.
Auch die griechische Steuerpolitik ist nicht Gegenstand des Sparbefehls aus Brüssel. Der größte Wirtschaftszweig Griechenlands, die Schifffahrtsunternehmen, zahlen keine Steuern. Die letzte griechische Regierung hat nach FDP-Manier die Steuern auf Gewinne von 45% auf 23% gesenkt. Warum werden die jetzt nicht auf das alte Niveau erhöht, statt der vorgesehenen Erhöhung der Mehrwertsteuer? Gut 2/3 der Staatseinnahmen kommen heute aus den Konsumsteuern und nur noch 10% aus der Besteuerung von Großunternehmen.
Das Schicksal Griechenlands
ist kein Einzelstück wie uns vorgegaukelt wird. Die Politik der meisten
Staaten gleicht derzeit der Griechenlands. Neoliberale Zocker verramschen
Europa. Nehmen wir uns lieber ein Beispiel an der Bevölkerung Griechenlands.
Die Menschen dort sind offenbar ncht gewillt, diese verfehlte Politik weiterhin
zu erdulden.
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Franklin D. Rooselvelt (1882-1945)